Licht der Welt

spiritualitaet2 by Martha-Gahbauer pfarrbriefserviceWort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 7. Februar 2015

Es ist deutlich zu spüren: die Tage werden wieder länger. Es wird morgens wieder früher hell und abends wird es später dunkel. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, ...

... dass in der Tradition der katholischen Kirche Anfang Februar ein Tag gefeiert worden ist, der mit Licht in besonderem Zusammenhang steht.
Am Montag, am 2. Februar, 40 Tage nach Weihnachten stand das Fest „Darstellung des Herrn“ auf dem Kalender. Es erinnert daran, dass Jesus von seinen Eltern 40 Tage nach seiner Geburt nach Jerusalem in den Tempel gebracht wurde, wie es den Vorschriften des jüdischen Gesetzes entsprach. Dort im Tempel geschehen zwei besondere Begegnungen. Jesus und seine Eltern treffen auf den greisen Simeon und die Prophetin Hannah. Diese beiden Menschen des Alten Bundes bezeugen: Jesus ist der Retter, er ist das Licht.
„Mariä Lichtmess“ wird das Fest im Volksmund genannt. Das Wort des Simeon, Jesus ist „ein Licht, das die Heiden erleuchtet“ (Lk 2,32), und die länger werdenden Tage haben dazu geführt, dass das Licht an diesem Tag gefeiert wird. So wurden in vielen Gemeinden Kerzen gesegnet, die im Laufe des Jahres in den Kirchen und Häusern brennen. Sie können vom Licht erzählen, das Gott uns schenken will.
In manchen Kirchen gibt es an diesem Sonntag auch noch einen besonderen Lichtsegen. Der „Blasius-Segen“, der mit zwei gekreuzten Kerzen gespendet wird, erinnert zum einen an den Bischof Blasius (sein Gedenktag ist der 03.02.), der ein Kind vor dem Erstickungstod bewahrt hat, und zum anderen daran, dass Gott uns sein Heil für den ganzen Menschen, für Seele und Leib schenkt.
Wir Menschen sehnen uns nach Licht und Heil. Wir brauchen Licht, um nicht die Orientierung zu verlieren. Viele stellen sich die Frage, wo heute noch Orientierung und Heil zu finden ist. Zu viele Lichter gibt es, die leiten wollen. Zu viele Lichter gibt es, die in die Irre führen können. Das Fest des Lichtes am Beginn des Februar lädt jede und jeden Einzelnen von uns ein, inne zu halten, zu prüfen, ob nicht auch für mich Jesus Christus ein Licht sein kann, das Orientierung und Richtung für mein Leben gibt. Vielleicht nehmen Sie sich einmal die Zeit dazu. Gönnen Sie sich eine Stunde der Ruhe und Besinnung und zünden Sie eine Kerze an, die von Jesus, dem Licht der Welt erzählt.Nacke Norbert, Foto Westfalen Blatt

 

Norbert Nacke
Pfarrer und Leiter des Pastoralverbundes Bielefeld-Mitte


Bildquelle: pfarrbriefservice © Martha Gahbauer

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