Maria – Königin?!

Du kennst mich Herr gott.netWort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 22. August 2015

Sie ist 22 Jahre alt und 178 cm groß. Sie hat braune Augen und braune Haare, ist in Kolumbien geboren und aufgewachsen. Und vor allem: sie ist schön anzusehen.

Ihr Name: Paulina Vega Dieppa. Kennen Sie die? Das ist die amtierende Miss Universum. Sie wurde zur schönsten Frau der Welt gekürt.
Schönheit ist für viele Menschen in unserer Gesellschaft ein hoher Wert. Wer möchte nicht schön sein? Ziemlich viel Geld wird für Wellness, für Schönheitspräparate und Schönheitsoperationen ausgegeben.
Was aber ist Schönheit? Hängt sie ab vom äußeren Erscheinungsbild eines Menschen? Oder ist Schönheit ein Glanz, der von innen her kommt? Ist Schönheit nur ein relativer Begriff, dem Geschmack der Zeit und der Mode unterworfen? Ist Schönheit nur möglich, wenn Leib und Seele in Harmonie miteinander leben? Gibt es eine ewige Schönheit?
In der Katholischen Kirche wird am 22. August das Fest „Maria Königin“ gefeiert, 1954 von Papst Pius XII. zum Abschluss des Marianischen Jahres eingeführt. Wenn wir an Maria denken, dann kommt uns wohl kaum eine Schönheitskönigin in den Sinn, die top gestylt mit Traumfigur in ihrer Luxussuite für ihren Traummann Josef sorgt und das Wunschkind Jesus zur Welt bringt.
Maria ist vielmehr ein einfaches Mädchen aus dem Ort Nazareth, eine junge Frau, die vor zweitausend Jahren im Stall ein Kind zur Welt bringt; ohne Arzt, ohne Krankenhaus und örtliche Betäubung. Eine Frau, die unter Schmerzen ihr Kind gebiert, es dann mit viel Mühe und Sorge großzieht und schließlich mit ansehen muss, wie der, dem sie Jahre ihres Lebens geopfert hat, als Verbrecher grausam am Kreuz hingerichtet wird.
Doch so wie ihr Sohn Jesus nicht im Tod geblieben ist, so lehrt uns der Glaube, so konnte der Tod auch seiner Mutter Maria nichts anhaben. Sie ist in den Himmel aufgenommen: mit ihrer ganzen Person, ihrer ganzen  Lebensgeschichte. So wurde Maria zur „Himmelskönigin“. Nicht deshalb, weil Gott ihr die Krone einer Schönheitskönigin aufgesetzt hätte, sondern die Krone des ewigen Lebens. Das macht ihre wahre Schönheit aus: dass sie zum ewigen Leben berufen ist. Das blüht auch uns. Hier auf Erden sind wir nur zu Besuch. Alles ist vorläufig. Wir sind Gäste. Aber die unzerstörbare Wohnung, aus der wir dann nicht mehr ausziehen, die steht noch aus. Und da wird dann alles Hässliche der Vergänglichkeit hinter uns bleiben und wir werden endgültig entdecken, wie schön und königlich wir wirklich sind.  
 
Ihr Hans-Jürgen Kötemann,

Hans-Jürgen Kötemann

Pastor im Pastoralen Raum Bielefeld-Mitte-Nord-West

 



 

 

 

 Bildquelle: www.gott.net

 

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