Kultur der Achtsamkeit

ZuhörenWort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 16. Juni 2018

Wer von uns kennt das nicht? Ständig ist man auf dem Absprung, unter Strom, vielleicht schon mit den Gedanken beim nächsten Termin.

Vielleicht klingelt auch ständig das Telefon oder eine neue Nachricht möchte beantwortet werden. Dieses Gefühl von Getrieben sein kennen sicherlich viele aus der Berufs-, Studien- und Schulwelt. In der Berufswelt spricht man von einer Tugend, die als flexibel und multitasking bezeichnet wird. Ständig ist da diese von außen wirkende Hetze, welche zu einer inneren Unruhe wird.
Wie aber sieht es dann in der Freizeit aus? Sind die Treffen mit Freunden nur einfach ein Termin der schnell abgehandelt werden will oder nehme ich mir für sie wirklich Zeit, ohne schon wieder an das was kommen mag zu denken?
Ich selbst muss auch ständig darauf achten, dass ich in all dem Trubel um mich herum, das Wesentliche nicht aus den Augen verliere. Die Achtsamkeit auf mich und meine Mitmenschen. Ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich nicht immer „ganz Ohr“ bin, einfach nicht richtig zuhöre, da ich in Gedanken schon wieder woanders bin. Das ärgert mich.
In der Bibel wird zwar nicht wortwörtlich von Achtsamkeit gesprochen, doch lehrt sie einem die Haltung der Offenheit und Aufmerksamkeit, welche man damit sicherlich vergleichen kann. Dafür gibt es zahlreiche Personen in der Bibel, die sich auf Gott eingelassen haben, obwohl sie vorher an ihren Widerständen und Zweifeln festgehalten haben. Durch ihr Einlassen auf Gott wurden Sie für andere Menschen fruchtbar.
Jesus bezeichnet das Wirken Gottes in dieser endlichen Welt als Reich Gottes. In Gleichnissen verdeutlicht er immer wieder, dass das Reich Gottes gegenwärtig ist, sich aber nicht aufdrängt. Um dieses zu entdecken bedarf es eben dieser inneren, offenen Haltung. In den Seligpreisungen spricht Jesus von Armut und Herzensreinheit. Die Jünger sollen sich an den Kindern und ihrer inneren Haltung der Empfänglichkeit orientieren.
Vielleicht kann dieser Sonntag ein erster Schritt für uns sein, wieder einmal einen Gang herunter zu schalten und alles ein wenig zu Entschleunigen. Sich wirklich Zeit zu nehmen für Gott, sich selbst und Freunde. Das eine schließt das andere ja nicht aus.
Wir alle brauchen eine Kultur der Achtsamkeit in unserem Leben. Eine Achtsamkeit für uns und unsere Mitmenschen. Denn nur dann können wir in unserer hektischen Zeit wieder mit voller Aufmerksamkeit zuhören.

Nico Schnittger
Geistl. Leiter der KjG St. Michael Ummeln

Nico Schnittger

 

 

 

 



 

Bildquelle: Pfarrbriefservice.de© Martha Gahbauer

 

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