Pfingsten

Martin Manigatterer nach dem SturmWort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 19. Mai 2018

50 Tage nach Ostern ist Pfingsten. Das ist auch logisch, weil Pfingsten nichts anderes bedeutet als der 50. Tag.

Er wird im Judentum als das Wochenfest (Schawuot) gefeiert. Dennoch, Pfingsten hat eine größere Bedeutung erlangt, weil an dem 50. Tag vor fast 2000 Jahren etwas Außergewöhnliches geschehen ist. Die Apostelgeschichte schreibt davon. 50 Tage zuvor ist Jesus auferstanden. Und jetzt nach seiner Himmelfahrt vor zehn Tagen sitzen die Jünger zusammen in Jerusalem und spüren, dass eine Kraft über sie kommt. Sie beschreiben die Kraft mit einem Sturm, mit einem Feuer. Plötzlich werden sie mutig, von Jesu Tod und Auferstehung in aller Öffentlichkeit zu sprechen. Plötzlich verstehen andere Menschen, was sie bewegt und begeistert, und dass der Glaube an Jesus Christus das Leben verändern kann. Menschen aus allen Ländern nehmen wahr, dass hier eine göttliche Kraft am Werk ist. Nun gut, nicht alle. Mancher denkt auch, dass die Jünger Jesu ein bisschen zu viel getrunken haben.
Mit dem Pfingsttag wird alles anders. Die Kraft, die die Jünger spüren, ist der Geist Gottes, den Jesus schon zu Lebzeiten versprochen hatte. Mit dieser Kraft des Geistes entsteht Neues. Der Auftrag Jesu „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ (Mk 16,15) wird in die Tat umgesetzt. Aus einer kleinen Gemeinschaft von Anhängern Jesu wird ein großes, weltweites Werk, die Kirche. Rund 2,3 Milliarden Menschen gehören heute einer christlichen Kirche an.
Pfingsten als Fest der Kirche ist ein Fest, dass auf den Grundauftrag jedes Christen verweist. In die Welt gehen und das Evangelium verkünden bedeutet, dass allen Menschen klarwerden kann, dass sie von Gott geschaffen, geliebt und berufen sind. Alle Menschen dürfen mitwirken an einer Welt, in der Liebe, Gerechtigkeit, Friede und gegenseitige Verantwortung das Zusammenleben prägen. Gott will mit seinem Geist, der am Anfang der Schöpfung schon war, durch die Menschen, die sich zu ihm bekennen, jeden Tag die Schöpfung erneuern. So wird die Welt Tag für Tag ein wenig besser.
Das ist kaum zu glauben? Ja, stimmt! Es war auch damals, vor fast 2000 Jahren an jenem 50. Tag kaum zu glauben, dass so etwas geschieht. Aber es ist geschehen. Gottes Geist macht Dinge möglich, die unglaublich und undenkbar sind, auch heute!

Nacke Norbert, Foto Westfalen Blatt

 

 

Norbert Nacke
Pfarrer und Leiter des Pastoralverbundes Bielefeld-Mitte-Nord-West

 

 

Bildquelle: Pfarrbriefservice © Martin Manigatterer

post
projekt
gruppe2
 

Newsletter Abo

Projekte & Aktionen

bes_gottesdienste_60
Sant' Egidio Bielefeld
Neue Erfahrungen für Gashand, Geist und Seele
citykloster_60
Gast+Haus Bielefeld-Schildesche
Zuflucht und Zukunft - Ankommen in Lippe
Logo Zukunftsbild
wfdl_2011_60
Orte verbinden
Flüchtlingshilfe Paderborn

Besucher Statistik

Heute234
Gestern278
Diesen Monat3796
Gesamt648250
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Mehr Informationen Ok