„Brot to go“

20170930 minibrotbacken bei hoeflmair 21 by ursula graber pfarrbriefserviceWort zum Sonntag, Westfalen Blatt, Fronleichnam 31. Mai 2018

Katholische Kirche vorbildlich in Nachhaltigkeit? Lebensnah? Wenn ich es nach intensiven Großstadterfahrungen mal sarkastisch ausdrücken darf: Kein Gesicht wäre breit genug für das Grinsen, das eine solche Behauptung auslösen würde.

Aber ich riskiere es mal. Ja, wir sind lebensnah und nachhaltig. Begrenzt. Punktuell. Aber gezielt. Echt. Beispiel? Mit unserem - frech gesagt - „Brot to go“ an Fronleichnam. - Wir brauchen komplizierte EU-Verordnungen, die uns und die Meere vor dem Müll retten sollen. Umwelt-unverträgliche „coffee-to-go“-Becher, Plastikumrührstäbchen und überhaupt alle Einwegverpackungen mikro-vergiften uns: sie setzen sich lebensfeindlich in Organen fest. Dagegen bieten Katholiken einmal im Jahr alles auf, was sie an Nachhaltigkeit und Leben anzubieten haben: Gold („unkaputtbar“!), ein prächtiger Baldachin, Musik mit alten Texten, hunderte Leute (alle zu Fuß!) bilden einen farbenfrohen Umzug. Die Mitte des Ganzen: ein sonnenförmiges Goldgefäß, darin hinter Glas ein Stück Brot. Verblüffend. „Brot to go“. Im Unterschied zum „coffee to go“ haben alle, die da gehen, vorher in der Kirche solches Brot gegessen. Jetzt, unterwegs, wird es nur getragen, gezeigt und überall hingehalten, an vorbereiteten Stellen abgesetzt. So, als ob man mit einer hochgestellten Persönlichkeit unterwegs wäre, der man alle Alltagssituationen präsentiert. So, als würde man ihr sagen: ‚Schauen Sie, hier leben wir. Hier wohnen wir, hier fühlen wir uns wohl, aber hier mühen wir uns auch ab; hier gibt es auch Ärger und Streit. Hier im Schulzentrum lernen unsere jungen Leute; auf diesen Plätzen spielen unsere Kinder, erholen sich die Erwachsenen; hier verbringen unsere alten Leute ihren Lebensabend.‘ An den Stellen, wo wir anhalten, wird es dann ganz lebensnah: Wir sprechen unsere Bitten aus, unsere Befürchtungen, Ängste, alles, was wir nicht in der Hand haben, regeln und sicherstellen können. Was soll ich Ihnen sagen: Genau das ist Fronleichnam (altdt. Dienst für den Herrn)! - Allerdings: der Schein trügt - Gott sei Dank. Wir Katholiken glauben und tun nicht „als ob“. Dieses „Brot to go“ ist nicht unser Backwerk und nicht unser Machwerk. In diesem Brot geht tatsächlich eine hochgestellte Persönlichkeit, ein Jemand mit uns: Jesus Christus, der sich als „lebendiges Brot“ (Joh 6,51) erstmals am Donnerstag vor seinem Tod im Abendmahlssaal den Jüngern geschenkt hat (Mt 26,26). Dienst des HERRN für uns. Das ist - auf katholisch - die intensivste Weise, wie er uns verstehen läßt: „You‘ll never walk alone.“ (Du gehst nie allein).
Einen gesegneten (katholischen - warum nicht?) Feiertag wünscht Ihnen
Pfr. B. Brackhane

 

Pfarrer Bernhard Brackhane, Foto Westfalen Blatt

 

Bildquelle: Pfarrbriefservice © Ursula Graber

 

 

Bernhard Brackhane
Pfarrer und Leiter des Pastoralverbundes Bielefeld-Ost

 

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