„Behütet und bedacht“

ps 9111 er hat seine engel befohlen by martin manigatterer pfarrbriefserviceWort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 28. Juli 2018

Im Franziskus Hospital bieten wir seit einigen Monaten zweimal in der Woche kleine Segensfeiern für die neugeborenen Babys im Haus an.

„Behütet und bedacht“

Nicht immer wird das Angebot zur Segnung angenommen, aber hin und wieder kommen Mütter, Väter, Großeltern und Geschwister mit den neugeborenen Kindern zu einem der Gottesdienste. Sie sind voller Stolz und Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens. Sie möchten, dass ihr Kind behütet und bedacht, beschützt und beheimatet aufwachsen kann. Und dazu erbitten sie Gottes Segen für ihr Baby. Braucht man so etwas heute noch? Was bedeutet „Gottes Segen“ denn überhaupt? Wenn ein Kind geboren wird, dann wird es zunächst in die Arme der Mutter, in die Arme des Vaters gelegt. Jedes Menschenleben beginnt also mit der Umarmung. Auch der Segen ist eine Umarmung, aber eine Umarmung Gottes. Im Segen sagt Gott dem Kind zu: „Du brauchst keine Angst zu haben; ich werde dich begleiten. Du kannst mit großem Vertrauen das Leben wagen.“ Wer möchte seinem Kind in dieser unsicheren Welt ein solches Angebot Gottes verweigern? Wer möchte nicht, dass sein Kind behütet und beheimatet aufwachsen kann? „Behütet und bedacht“ – so lautet das Leitwort des diesjährigen Liborifestes. Bischof Liborius ist der Schutzheilige unseres Bistums. An diesem Samstag beginnt in Paderborn die Festwoche mit Kirmes und Kirche zu seinen Ehren. Mehr als eine Millionen Besucher werden erwartet. Im 4. Jahrhundert hat Liborius im damaligen Gallien viele Menschen behütet, hat zahlreiche Kirchen bauen lassen und so nicht nur ein Dach für den Kopf, sondern auch ein Dach für die Seele geboten. Heute werden seine Reliquien im Dom zur Verehrung ausgestellt. Was soll das? Ist das noch zeitgemäß? Es ist ein Zeichen für etwas, das in unserer Zeit mehr und mehr vergessen wird: dass wir unsere eigene Glaubensentscheidung nur treffen konnten und unseren Glauben nur deswegen leben können, weil es viele Menschen vor uns gegeben hat, die uns den Glauben vorgelebt haben. Und es macht deutlich, dass wir in unserem Glauben nicht nur für uns selber verantwortlich sind, sondern auch für die, die nach uns kommen und an die wir versuchen, unseren Glauben weiterzugeben. Das ist es, woran mich die Segensfeiern im Krankenhaus und die Reliquien des Hl. Liborius erinnern: dass es für die Zukunft der Christenheit lebenswichtig sein wird, dass wir den Glauben und die religiöse Erfahrung nicht aussterben lassen in unseren Familien, in unseren Gemeinden, wo auch immer wir als Christen leben. Also, seien Sie auch weiterhin gesegnet, „behütet und bedacht“!

Ihr
Hans-Jürgen Kötemann
Krankenhauspfarrer im Franziskus Hospital, Bielefeld

 

 Hans-Jürgen Kötemann

 

 



 

 

 

Bildquelle: Pfarrbriefservice.de©Martin Manigatterer

 

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