„Es ist nicht alles Gold, was glänzt - aber es glänzt auch nicht alles, was Gold ist.“

16975 gold 296115 by istara cc0 pixabay pfarrbriefserviceWort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 18. August 2018

"Gold in Kalifornien!" Mit dieser Schlagzeile löste die Tageszeitung „New York Herald“ am 19. August 1848 den wohl größten Goldrausch im Westen aus.

Bis Ende des Jahres brachen 40.000 Goldsuchende von überall her auf, ließen alles liegen und stehen – ihren Laden, den halb bestellten Acker, das unfertig gebaute Haus, um in Kalifornien ihr großes Glück zu suchen. Viele Abenteurer kamen schon auf der gefährlichen Reise um. Reich wurden nur wenige - vor allem einige geschickte Geschäftsleute, welche die Goldsucher mit notwendiger Ausrüstung versorgten. Die überlieferte Schilderung eines vom Goldfieber Gepackten lässt erahnen, welchen Rauschzustand das Gold auslöste: „Der Irrsinn bemächtigte sich meiner Seele: Meine Beine machten sich selbständig und vollführten Sprünge wie bei einer Polka. Vor meinem geistigen Auge erstanden reich verzierte Marmorschlösser mit Tausenden von Sklaven, die sich auf meinen Wink oder Zuruf verbeugten. Scharen von Jungfrauen wetteiferten darum, meine Liebe zu gewinnen. (…) Ich wurde Opfer einer heftigen Goldfieberattacke.”
Man weiß ja: Rauschzustände verzerren die Wahrnehmung und machen „Hunger auf immer mehr“. Aus der Suche nach den kleinen funkelnden Körnchen wurde eine Massen-Sucht.
Nicht auf den ersten, doch auf den zweiten Blick könnte das Evangelium vom Sonntag kaum passender sein: Jesus spricht vom Brot (das aus vielen kleinen – wenn auch glanzlosen - Körnern entsteht). In diesen Wochen lesen wir in den katholischen Gottesdiensten abschnittsweise die sogenannte „Brotrede“ Jesu. Sie ist gehaltvoll – und ganz anders als die heute übliche Rede über die Güteklasse verschiedener Weißmehl- oder Vollkorn-Brot-Sorten. Es geht ja auch gar nicht um eine Material-Analyse, sondern um das, was es im Menschen bewirkt; um den Glauben geht es - an den, der nicht Sucht und Rausch auslöst, sondern den Hunger stillen kann. „Ich bin das lebendige Brot“, sagt Jesus - und „Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.“ „Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“ – eine starke Rede, die es erstmal gründlich zu verdauen gilt – mit der Frage an jeden von uns: „Wem traue ich zu, nicht nur Hunger zu wecken, sondern ihn auch (für immer) zu stillen?“
Der große Goldrausch hat mehr Enttäuschte als Glückliche hinterlassen, denn „es ist eben nicht alles Gold, was glänzt.“ Dieses Wort des Schriftstellers Christian Friedrich Hebbel aus dem Jahr 1836 geht allerdings weiter: „Aber es glänzt auch nicht alles, was Gold ist.“ So ist es wohl mit Jesus und seinem Brot: Da glänzt und funkelt nichts wie die kleinen Körnchen im Flussbett, ist aber nicht einmal mit Gold aufzuwiegen, denn wer davon isst, hat viel mehr als alles Gold der Welt: das ewige Leben – und wer diesem Jesus vertraut, wird nie mehr hungern und Durst haben.
Rausch und Sucht wünsche ich Ihnen nicht – aber die Sehn-sucht nach dem, für den es sich „lohnt“, so manches liegen und stehen zu lassen.

Ihre Eva-Maria Nolte, Gemeindereferentin im „Bielefelder Osten“

Eva Maria Nolte 2017

 

 

 

 

Eva-Maria Nolte, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Bielefeld-Ost

Bildquelle: Pfarrbriefservice © istara, cc0 / gemeinfrei, Quelle: pixabay.com

post
projekt
gruppe2
 

Newsletter Abo

Projekte & Aktionen

bes_gottesdienste_60
Sant' Egidio Bielefeld
Neue Erfahrungen für Gashand, Geist und Seele
citykloster_60
Gast+Haus Bielefeld-Schildesche
Zuflucht und Zukunft - Ankommen in Lippe
Logo Zukunftsbild
wfdl_2011_60
Orte verbinden
Flüchtlingshilfe Paderborn

Besucher Statistik

Heute243
Gestern278
Diesen Monat3805
Gesamt648259
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Mehr Informationen Ok