Ich bin dann mal weg...

13185 dsc 4979 by christian schmitt pfarrbriefserviceWort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 30. Mai 2019 Christi Himmelfahrt

Ich bin dann mal weg…
…so heißt das Buch von Hape Kerkeling, in dem er seine Erfahrungen auf dem Jakobsweg beschreibt.

Ich bin dann mal weg…
…werden sicherlich heute einige Männer sagen, wenn sie sich mit Freunden und dem Bollerwagen auf den Weg durch die Landschaft machen.
Ich bin dann mal weg…
… hatte Jesus gesagt, als er aufgefahren ist in den Himmel.
Hat das Jesus damals wirklich gesagt? Ich bin dann mal weg?
Für die Jünger muss es damals wirklich ein Schreck gewesen sein, als sie Jesus in den Himmel haben auffahren sehen und er wirklich verschwunden war.
Jetzt ist er schon über 2000 Jahre „mal weg“. Und die Kirche feiert dies? Ja, aber mit der Hoffnung, dass er wiederkommt. Und wir glauben daran, dass er uns eine Wohnung bei seinem Vater bereitet. In unserem Glaubensbekenntnis heißt es: „hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel…“
Wir hatten nun 40 Tage seit Ostern Zeit, seine Auferstehung zu begreifen. Nun haben wir weitere 10 Tage bis Pfingsten Zeit, dass uns der Geist Gottes dies verstehen lässt.
Jesus ist gegangen, aber ganz weg ist er nicht. Irgendwie kann man ihm auf verschiedenste Art und Weise begegnen. Manchmal ist er mir ganz nah und er ist für mich ganz greifbar.
Sowas kann wie ein Lichtstrahl durch die Wolken sein, aber die Wolken sind halt auch noch da. Es ist so wie bei einem guten Freund, Lebenspartner, Vater oder Mutter oder einem anderen Menschen, mit dem wir ein Stück unseres Lebens geteilt haben. Um die wir jetzt trauern, weil sie nicht mehr da oder gestorben sind. Aber sie sind irgendwie da, in unseren Erinnerungen, in dem, was wir von ihnen gelernt haben, wir mit ihnen teilen konnten, was wir heute anders machen, weil wir sie gekannt, mit ihnen gelebt haben. Aber das muss man erst einmal sehen und begreifen können. Das ist die hohe Kunst des Trauerns.
Wenn ein Mensch, den ich liebe, den ich mir an meiner Seite wünsche, wenn er weg ist, kann ich ihn mir ersehnen.
Es gehört zu unserer Glaubenserfahrung, Gottesnähe und Gottesferne zu erleben.
Gefühle, die manchmal alle gleichzeitig auf uns einströmen. Doch eines dürfen wir nie vergessen: die Hoffnung. Die Hoffnung, dass wir uns eines Tages alle wiedersehen. Auch wo uns der Tod trennt, für uns Christen geht es aufwärts.

Nico Schnittger
geistlicher Leiter der Katholischen jungen Gemeinde St. Michael Ummeln

 

Nico Schnittger

 

 

 

 



 

Bildquelle: Pfarrbriefservice.de © Christian Schmitt

 

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