Zeitenwende

friedenslicht aus betlehem by peter weidemann pfarrbriefservice 0Wort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 24. Dezember 2018

Heute Abend, am Heiligen Abend werden die Kirchen voller sein, es werden mehr Menschen als üblich die Gottesdienste besuchen.

Das Weihnachtsfest ist für viele Menschen ein Fest, an dem es zur Familientradition gehört, dass man zur Kirche geht. Letztlich weckt Weihnachten bei Menschen, egal wie verbunden sie dem christlichen Glauben sind, zumindest unterbewusst das Gefühl, dass die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember eine besondere Nacht ist.
In der Tat! Christen glauben daran, dass in dieser Nacht vor 2018 Jahren Gott neu in die Geschichte dieser Welt getreten ist. Er, der durch seinen schöpferischen Willen die Welt vor Urzeiten ins Sein gerufen hat, hat in einer Nacht begonnen, eine neue Geschichte zu schreiben. Als Kind ist Gott selbst in die Welt gekommen, um die Welt in kleinen und kleinsten Schritten zu verändern. Das Kommen Gottes in die Welt ist die Zeitenwende, die bis zum heutigen Tag Auswirkungen hat. Die Zählung der Jahre in den Zeiträumen vor und nach der Geburt Christi macht das deutlich. Eine neue Zeit ist angebrochen.
Alle Menschen, die heute in irgendeiner Weise Weihnachten feiern, erinnern sich an die Zeitenwende vor 2018 Jahren. Weihnachten ist aber mehr als die Erinnerung an ein längst vergangenes Ereignis. Menschen, die sich von dem Gott, der Mensch geworden ist, berühren, ja anstecken lassen, sind Menschen, durch die auch heute an jedem Tag die Zeit gewendet wird. Es sind die Menschen, die durch ihr Engagement Zeiten der Not in Zeiten des Reichtums, Zeiten der Trauer in Zeiten der Freude, Zeiten des Hasses in Zeiten der Liebe wenden.
Solche Zeitenwenden braucht ein Gemeinwesen, braucht unsere Gesellschaft immer wieder neu. Lassen Sie sich an Weihnachten ein wenig anstecken von dem Gott, der durch jede und jeden Einzelnen heute die Zeit wenden will.
Übrigens: 2018 Jahre nach Christi Geburt? Nach heutigen Erkenntnissen wissen wir, dass Jesus Christus nach den Berichten der Bibel und den historischen Quellen wahrscheinlich zwischen den Jahren 6 und 4 vor Christus geboren sein muss. Insofern könnten es also schon 2024 Jahre her sein, seit Gott die Zeit gewendet hat. Aber wann das genau war, ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass er es getan hat, dass er Mensch geworden ist, und dass heute Menschen da sind, durch die er täglich neu Mensch wird.
Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Nacke Norbert, Foto Westfalen Blatt

 

 

Norbert Nacke
Pfarrer und Leiter des Pastoralverbundes Bielefeld-Mitte-Nord-West

 

 Bildquelle: Pfarrbriefservice © Peter Weidemann

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