Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen

hand 3366627 by albersheinemann pixabay pfarrbriefserviceManche Worte, die in der Bibel stehen, lassen aufhorchen. Das gilt besonders für die Aussage Jesu „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen.

Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ (Lukasevangelium 12,49). Dieses Wort passt so gar nicht zu der Vorstellung von einem Jesus, der allen Menschen Gutes bringen will, und zu einem christlichen Menschenbild, das doch ehre das Mühen um Frieden und Ausgleich propagiert. Was also mag es bedeuten, das Jesus „Feuer auf die Erde werfen“ will?
Es geht um klare Positionen. Ein Blick in die Welt zeigt, dass sich mehr und mehr scheinbar unüberwindliche Gegensätze aufbauen. Politischen Meinungen werden zunehmend extremer. Das Europa, das doch schon einen langen Weg der Einheit und der Zusammenarbeit gegangen ist, wird durch partikulare Interessen bestimmt. Austritt ist häufiger zu hören als Solidarität. Auch in der humanitären Frage der Flüchtlinge spricht Europa schon lange nicht mehr eine gemeinsame Sprache. In unserem Land nehmen die extremen Positionen in der Bevölkerung zu.
„Feuer auf die Erde werfen“ kann in diesem Zusammenhang heißen, dass Menschen, die glauben, dass Menschen, die sich von einem Schöpfergott in ihrem Leben leiten lassen, klare Alternativpositionen zu den extremen und extremistischen Gesellschaftsentwürfen beziehen müssen. Das birgt Sprengstoff, das bedeutet, dass sich glaubende Menschen aus ihrer Wohlfühlecke herausbewegen müssen, um in der Welt die christliche Position oder die Position des an Gott Glaubenden zu stärken. Das wird nicht allen gefallen. Das kann Menschen, die vermeintlich mit extremen Positionen das christliche Abendland retten wollen, ganz schön „befeuern“.
Christen glauben an ein besonderes Feuer, dass in jedem Getauften brennt. Es ist das Feuer des Heiligen Geistes. In diesem Geist müssen Christen klare Position beziehen und auf diese Weise von ihrem Glauben Zeugnis geben.

 

Nacke Norbert, Foto Westfalen Blatt

 

 

Norbert Nacke
Pfarrer und Leiter des Pastoralverbundes Bielefeld-Mitte-Nord-West

 Wort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 17. August 2019

 Bildquelle: Pfarrbriefservice © albersHeinemann / Pixabay.com - Lizenz

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