Stimmt das alles, was in der Bibel steht?

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Was ist Wahrheit? Warum ist Jesus gekreuzigt worden? Und warum ist er überhaupt auf die Erde gekommen?“ fragen Kinder, wenn sie von Jesus hören.

Im Pilatus-Verhör gibt Jesus Antwort darauf – allerdings weniger kindgemäß, eher „Johannes-Evangeliums-typisch“ philosophisch: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.“ „Was ist Wahrheit?“, fragt Pilatus weiter, geht aber schon hinaus, ohne die Antwort abzuwarten.
Ist Wahrheit das, was immer stimmt - was am Ende bleibt - worauf wir uns verlassen können? Zurzeit erleben wir, dass vieles, was bisher galt, von jetzt auf gleich nicht mehr zählt.
Noch im Januar hieß es, es sei nicht davon auszugehen, dass das neuartige Corona-Virus uns hier in Deutschland beträfe. Heute, 2 Monate später, lässt es unser Leben in bisher unvorstellbarer Weise stillstehen. Berechenbar ist kaum etwas - oder doch: wie schnell sich – virusgleich – ausbreitet, was nicht Wahrheit ist: Berechnung kann man denjenigen sicher unterstellen, die Fake-News verbreiten, die im Nullkommanichts über soziale Netzwerke Millionen von Nutzern erreichen, verunsichern, in Panik versetzen – ohne zu fragen „Was ist Wahrheit?“ Es kursieren Falschmeldungen über angeblich wirksame „Hausmittel“ gegen Corona, die aber eher schädlich sind - oder auch über scheinbare Zusammenhänge zwischen Krankheitsverlauf und der Einnahme bestimmter Medikamente. Durch den Hinweis auf angeblich wissenschaftliche Studien und die Verknüpfung mit bekannten Informations-Portalen werden Glaubwürdigkeit und Seriosität vorgetäuscht. Das ist „Viren-Methode“: sich auf Kosten anderer zu vermehren.
Das Verbreiten vermeintlicher Wahrheiten gab es auch schon zurzeit Jesu. Auch damals war schwer zu unterscheiden: Was ist Wahrheit und was nicht?
In den katholischen Gottesdiensten wäre uns an diesem Sonntag ein Schrifttext begegnet, in dem Jesus wieder einmal aufräumt mit „Falschmeldungen“ - über Gott, das Leben, die Zusammenhänge. Vorherrschende Meinung war: Wenn einer sündigt, straft Gott ihn oder seine Nachkommen durch Krankheiten oder andere Leiden. Als die Jünger – zusammen mit Jesus – einem blinden Mann begegnen, fragen sie: „Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde?“ „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden.“ Dies geschieht sogleich, indem Jesus den Mann heilt.
Jesus, der sagt „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege“, will, dass die Menschen die ganze Wahrheit über Gott verstehen: Gott wirkt nicht, indem er den Sündern Leiden als Strafe auferlegt – er wirkt durch Jesus, den Heiland, der schenkt, liebt – bis zum Kreuz.
Das ist die Wahrheit, die am Ende bleibt, auf die wir uns verlassen können: Das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden – und an uns!
Wie? - das wissen wir nicht so genau, wie vieles andere auch nicht, das un-berechenbar ist - aber bestimmt wird er es uns zeigen.
Im Vertrauen auf Gottes Weggeleit – besonders in diesen Ausnahme-Wochen
Ihre Eva-Maria Nolte,, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Bielefeld-Ost

Wort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 21. März 2020

Bild: Peter Weidemann
In: Pfarrbriefservice.de

 Eva Maria Nolte 2017

 Eva-Maria Nolte, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Bielefeld-Ost

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