Das Dekanatsbüro Bielefeld-Lippe finden Sie im ersten Stock des Klosters St. Jodokus in Bielefeld am Klosterplatz.
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13628 dsc00745 by horst schaub pfarrbriefserviceAuch für mich ergab sich ein anderes Urlaubsziel (Corona!): statt Irland die Eifel. „Eine Art rheinisches Sauerland“, dachte ich nach ersten Eindrücken aus dem neuen Reiseführer.

Dann doch noch ein Irland-Gefühl: alle vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag! – Ein Ausflug führte mich zur „Burg Vogelsang“. Obwohl schön gelegen und mit einer guten Ausstellung zu Fauna und Flora, war der Besuch bedrückend. Die gewaltige Anlage, die einen ganzen Hang einnahm, war ursprünglich eine Schulungsstätte der NSDAP. Neben „Kameradschaftshäusern“ gab es eine Versammlungshalle und Plätze; u.a. einen Appell-, einen Thing- und einen Sonnenwendfeier-Platz. Aber alles irgendwie zu groß; die Grauwacke-Fassaden der Bauten dunkel, kantig-dräuend. Auch dieser Ursprungszeit war eine Ausstellung gewidmet. Tondokumente mit schnarrenden, pathetischen Stimmen; aufheizende Reden, den Zuhörern entgegengebellt. – Szenewechsel. Ein Besuch in Aachen in der Kirche „St. Fronleichnam“, etwa zur selben Zeit errichtet (R. Schwarz 1930). Außen wie innen ein weißer, schmuckloser, ebenfalls kantiger Bau. Decke und Wände gleichermaßen schmucklos, weit oben farblose Fenster. Dazu in hartem Kontrast schwarzer Marmorfußboden und schwarze Bänke. An der Stirnwand, einige Stufen hoch, ein strenger, schwarzer Altar; darauf ein würfelförmiger Tabernakel und sechs schlanke Leuchter; keinerlei Altarbild, keinerlei künstlerische Wandgestaltung. Mir fielen sofort Menschen ein, die gesagt hätten: Hässlich! Nichts Schönes, worauf der Blick ruhen kann! Hier kann man nicht beten! – Eine Kirche im Nazistil? Ordensburg Nr. 2? Mich haben beide Besuche nicht mehr losgelassen. Unbestritten: Auch die Fronleichnamskirche wirkt kühl. Das Gebäude ragt zwar hoch über dich hinaus, aber hier wirst du nicht klein gemacht! Der heftige Schwarz-weiß-Kontrast drückt aus: die Sphäre Gottes ist anders als unsere Erdenwelt, aber hier treffen beide „Räume“, der göttliche und der menschliche, aufeinander. Hier wird unter Verzicht auf jegliche Ver-Anschaulichung Herzens-Begegnung ermöglicht; Begegnung mit dem, der un-vorstellbar dein und aller Menschen Leben umgibt wie die weißen Wände. Hier ist für dich und alle anderen, die hierher kommen, nichts als weitgespannter Raum, in dem das ganze Leben, Probleme, Sorgen, Freude, Lob und Dank Platz haben. - HERR, unser Herr, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde … Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge hast du ein Bollwerk errichtet wegen deiner Gegner. .. Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst … (Ps 8)
Einen gesegneten Sonntag wünscht Pfr. Bernhard Barckhane

Wort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 8. August 2020

Bild: Horst Schaub
In: Pfarrbriefservice.de

Pfarrer Bernhard Brackhane, Foto Westfalen Blatt

Bernhard Brackhane
Pfarrer und Leiter des Pastoralverbundes Bielefeld-Ost

 

...beschrebt Grundlegenden Haltungen sowie theologische und pastorale Leitmotive für die Entwicklung der Erzdiözese in den kommenden Jahren.

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