Pilgern mit PS

Pilgern mit PS - Eine Lerngeschichte


Wer?
Dekanat Bielefeld‐Lippe, Dekanat Hellweg, Dekanat Lippstadt‐Rüthen
Was?
Den Glauben anders erfahrbar machen, freiwilliges Engagement stärken und unterstützen
Wann?
Seit 2010 mehrmals im Jahr


 

Der Anlass:
München 2010. Drei Dekanatsreferenten machen sich mit einer Gruppe per Motorrad auf den Weg zum Ökumenischen Kirchentag. Mit der damals gerade aktuellen Perspektive 2014 im Kopf, fragt man sich, wie man neue Aufbrüche wagen kann. So wird aus der einfachen Motorrad‐Fahrt eine Wallfahrt, denn wenn man doch zu Fuß oder mit dem Rad pilgern kann, warum nicht auch auf dem Motorrad?

Der Weg:
Die Idee setzte sich durch und es entstand eine erste Fahrt mit 18 Teilnehmenden. Diese berichten im Anschluss, dass sie durch diese Erfahrung Kirche und Glaube in einem anderen Licht sehen. Die Organisatoren der Tour knüpfen an diese Erfahrung an und versuchen über diesen Weg einen Zugang zu Menschen zu bekommen, die bislang wenig mit Kirche zu tun haben, deren Angebote sie bislang nicht angesprochen haben.
Aus der Idee wurde ein Projekt, das sich heute „Pilgern mit PS“ nennt. Über die Jahre konnte und musste (!) es ausgebaut und erweitert werden. Denn schon bei der nächsten geplanten Tour waren viele erneut dabei, das Angebot konnte die Nachfrage gar nicht decken: über 40 Anfragen gab es bei gerade mal 21 Plätzen.

Die „Zündfunken", das sind die morgendlichen Impulse, und die Gespräche über Gott und die Welt, machen den Unterschied zu den allgemein bekannten, eher touristisch orientierten Motorrad‐Touren. Begleitet von einem „Roadbook der Seele“, in dem Texte, Gebete, Lieder und weitere Elemente gesammelt sind, machen sich die Teilnehmenden auf den Weg. Im Mittelpunkt stehen dann nicht touristische Ziele sondern vielmehr das Nachdenken über sich selbst und der Austausch in der Gruppe. Neben diesen Pilgergedanken sind die Routen so interessant gestaltet, dass auch die Freude am Fahren nicht zu kurz kommt.
Die Motorrad‐Pilgerfahrten sind immer schnell ausgebucht – um auch neuen Interessierten die Chance auf eine Teilnahme zu geben, wurde vor einiger Zeit die Anzahl der „Wiederholer“ auf die Hälfte der Teilnehmerzahl beschränkt. Es stellte sich schnell die Frage wie man beiden Gruppen gerecht werden kann.
2013 kam es dazu, dass Teilnehmer gezielt gefragt wurden, ob sie sich als „Tour‐Guides“ ausbilden lassen möchten, um selbst Touren durchführen zu können. Nach teilweise anfänglichen Zweifeln, wie „Ich? Ich kann doch so Glaubenssachen gar nicht vermitteln“ haben 10 Personen an der Veranstaltung teilgenommen und sich an zwei Wochenenden ausbilden lassen. Bestandteil war dabei die eigenständige Vorbereitung der Zündfunken und die Gestaltung einer Fahrt am Samstag. Komplettiert wird die Ausbildung durch eine verantwortliche Mitleitung einer der „großen“ Fahrten. Auch in einer zweiten und dritten Ausbildungsstaffel haben sich Menschen gefunden, so dass inzwischen über 25 Personen diese Ausbildung durchlaufen haben.
Die meist 9‐tägigen Fahrten sollen spannend sein und interessante Ziele bieten, oft führen sie in die Alpen. Die Strecken scheinen besonders für Menschen interessant, die sich alleine nicht dorthin auf den Weg machen würden, sich aber auch nicht irgendeiner Motorrad‐Gruppe anschließen möchten. Kirche scheint für solche Menschen ein vertrauensvoller Partner zu sein, mit der man „es mal versuchen könnte“ diese Strecke zu fahren.
Für die zum wiederholten Mal teilnehmenden Menschen gibt es seit 2017 ein neues Tourformat: Unter dem Titel „Spurensuche“, führte ein Pilgern mit PS Angebot im Reformationsjahr auf die Spuren Luthers – und die eigenen. Seitdem gibt es diese "etwas anderen" Pilgerangebote zu unterschiedlichen Themen und in unterschiedlicher Länge.

Die Früchte:
Die ehrenamtlichen Tour‐Guides führen inzwischen auch kürzere Touren in eigener Verantwortung durch. Die Planung und organisatorische Unterstützung übernehmen dabei oft die Hauptamtlichen im Dekanat. Diese Zusammenarbeit von Haupt‐ und Ehrenamtlichen ermöglicht es, ein Angebot auf die Beine zu stellen, dass kirchennahe aber auch kirchenferne Menschen anspricht und die Verbindung von „Gott und der Welt“, Glaube und Leben auf wunderbare Art und Weise verdeutlicht.

Die Erkenntnisse und Anstöße:
Neues Ausprobieren und neue Wege gehen, um mit den Menschen ins Gespräch über den Glauben zu kommen. Beteiligte in die Verantwortung einbeziehen und zu ehrenamtlichen Tour‐Guides ausbilden. Eine Verbindung herstellen zwischen den eigenen aktuellen Lebenserfahrungen und Gott. Durch eine Idee und ein gemeinsames Hobby – das Motorrad fahren ‐ ist ein Projekt entstanden, das stetig wächst und sich inzwischen auch teilweise
verselbstständigt. So gibt es zum Beispiel von den Teilnehmern der Pilgern mit PS Touren selbstorganisierte Besuche von ökumenischen Motorradfahrer‐Gottesdiensten in Augustdorf und anderswo. Daraus entstehen neue Freundschaften und Kontakte. Und: Die Organisatoren wollen auch in Zukunft die ehrenamtlichen Tour‐Guides noch stärker beteiligen und gemeinsam die Zukunft von „Pilgern mit PS“ gestalten – und wo könnte das besser gelingen als auf einer Tour mit dem Motorrad?

 

Die Gegenwart
bejahen

 

 

 

Zeichen sein für
die Liebe Gottes zu allen Menschen

 

 

Vielfalt ermöglichen

 

 

 

 

 

Den Berufungen und Charismen dienen

 

 

 

 

 

 

Vertrauen schenken,
Verantwortung übernehmen

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Ansprechpartner

Peter Pütz
Peter Pütz
Dekanatsreferent
Klosterplatz 3 33602 Bielefeld
0521.16398202
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